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Die ersten beiden Evangelischen werden erstmals im Jahr 1858 erwähnt. Damals hatte Osterath 1930 Einwohner. Mit der Ansiedlung einiger Firmen am Ende des 19. Jahrhundert zogen einige Familien nach Osterath, so dass sich ein bescheidenes Gemeindeleben entwickelte. Gottesdienste fanden in Büroräumen oder Privatwohnungen statt; sie wurden von Pfarrern aus Krefeld gehalten. Für Amtshandlungen musste man den weiten Weg zur Friedenskirche nach Krefeld nehmen.

Mit Beginn des 2. Weltkriegs wohnten bereits 50 Evangelische im Ort, durch Flüchtlinge und Vertriebene stieg die Zahl bis Ende der 40er Jahre auf 850. 1949 wurde deshalb unter Verwendung einer alten Wehrmachtsbaracke im heutigen Rathauspark eine Notkirche mit 180 Sitzplätzen errichtet, die elf Jahre lang für Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen genutzt wurde.

Der Zuzug weiterer Evangelischer – 1959 waren es schon 1700 – veranlasste die Evangelische Gemeinde Krefeld, in deren Bereich Osterath lag, eine neue Kirche und ein Jugendheim an der Alten Poststraße zu errichten, die bereits 1960 eingeweiht werden konnten.


Die 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren geprägt durch weiteres Wachstum des Ortes und auch der Gemeinde. Eine evangelische Grundschule wurde 1960 errichtet, evangelische Gemeindeglieder organisierten die Vorläuferin der späteren Volkshochschule, 1963 wurde mit Hans-Karl Schmidt-Arendse der erste Pfarrer für Osterath berufen, 1965 wurde Osterath aus der Gemeinde Krefeld ausgegliedert und avancierte zur selbständigen Kirchengemeinde mit einem eigenen Presbyterium.

Die hauptsächlich aus Düsseldorf zuziehenden Gemeindeglieder veränderten das Bild der Gemeinde. Eine evangelische Bücherei wurde eingerichtet, mit dem „actionsring frau und welt“ entstand neben der seit 1922 bestehenden Frauenhilfe eine Gruppe, in der sich bildungsbeflissene jüngere Frauen sammelten, der Kindergarten am Neusser Feldweg wurde eingerichtet, eine Kantorei traf sich. Die Größe der Gemeinde – 1970 waren es 4200 Gemeindeglieder – bedingte die Errichtung einer zweiten Pfarrstelle, auf die – neben Pfarrer Reiner Fangmeier – 1971 Pfarrer Hans Land berufen wurde. Beide Pfarrer forcierten eine offene Gemeindearbeit mit ökumenischen Akzenten. Neue Lieder wurden in Unterricht und Gottesdienst eingeführt, die Kirche wurde um das Gemeindezentrum erweitert und quergestellt, so dass die Gottesdienstbesucher im Halbkreis saßen und die Prediger näher an der Gemeinde waren, eine hauptamtliche Kirchenmusikerstelle wurde errichtet.


In den 80er und 90er Jahren prägte das diakonische Engagement die Gemeindearbeit. Eine teiloffene Jugendarbeit wurde etabliert, zusammen mit den Evangelischen Kirchengemeinden Büderich und Lank gründete man auf Initiative von Pfarrer Falk Neefken die Diakonie Meerbusch, die sich der Pflege alter und kranker Menschen sowie der Beratung von Aussiedlern und Asylbewerbern widmet. Die Trägerschaft eines Projektkindergartens für Aus- und Übersiedler sowie einer dritten – integrativen – Tageseinrichtung wurde übernommen. Mit Birgit Schniewind wurde 1996 eine Pfarrerin berufen, deren Schwerpunkte in der Arbeit mit Kindern und jungen Familien liegt.


Anfang 2000 wurde die Kirche unter Architekt Karl-Hans Pfleiderer, Neuss, grundsaniert und, unter Anbau einer gläsernen Apsis, wieder in Längsrichtung bestuhlt. Neue Prinzipalstücke von Gilbert Scheuss (Kempen) und Christine Wingels (Möchengladbach) zieren den Kirchraum. Die Bemalung der Decke durch Horst Lerche (Jüchen) bietet mit den Glasfenstern von Will Brüll (Meerbusch) ein abwechslungsreiches und doch harmonisches Gesamtbild. Wechselnde Ausstellungen des Projektes „Kunst in der Apsis“ akzentuieren die biblischen und theologischen Aussagen der jeweiligen Kirchenjahreszeit.

Im Jahr 2004 wurde eine Ökumenische Partnerschaftsvereinbarung mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus getroffen – die erste im Kirchenkreis und im Bistum Aachen. In ihr beschreiben beide Gemeinden ihre ökumenischen Aktivitäten und bringen ihren Wunsch zum Ausdruck, sie auszuweiten.

Die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Osterath ist nicht ohne die vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden zu denken: als Mitglied im Presbyterium, als Leiterin der Frauenhilfe oder des „actionsring frau und welt“, durch Mitsingen im Chor oder Musizieren in Ad-hoc-Orchestern, durch Mitarbeit in Ausschüssen und Arbeitskreisen, bei Seniorenveranstaltungen, beim jährlichen Gemeindefest mit Basar, durch Verteilen des Gemeindebriefes und Organisation von „Kunst in der Apsis“ und vieles andere mehr.

Natürlich prägen auch hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Gemeindeleben, ohne sie würden Gemeindezentrum, Büro und Einrichtungen nicht optimal funktionieren.

Aufgrund der sich ändernden wirtschaftlichen und demographischen Bedingungen verändert sich auch unsere Gemeindearbeit. So werden wir u.a. auf die Interessen älterer Gemeindeglieder stärker eingehen und die zurückgehenden Kirchensteuermittel durch Spenden oder Sponsering substituieren müssen. Einsparungen sind unumgänglich, statt Aufbruch ist Umbau angesagt.

Aber auch der bietet neue Chancen für ein evangelisches Gemeindeleben: „Wir sind es ja nicht, die die Kirche erhalten. Der ist’s und war es und bleibt es, der da spricht: Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ (Martin Luther)

Termine Gemeinde

24 Feb
Gottesdienst mit anschließendem Kirchenkaffee Herr Gorski
Sonntag, 24. Februar 2019 10:00 - 11:00
24 Feb
Konzert Cello und Harfe von Barock bis Beatles
Sonntag, 24. Februar 2019 18:00 - 19:00
26 Feb
Meerbuscher Tafel
Dienstag, 26. Februar 2019 11:30 - 13:30
26 Feb
Konfirmandenunterricht
Dienstag, 26. Februar 2019 16:00 - 17:30
26 Feb
Kigo
Dienstag, 26. Februar 2019 18:00 - 19:00

Tageslosung

Tageslosung vom 23.02.2019
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von Most triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein. Ich will die Gefangenschaft meines Volkes Israel wenden, dass sie die verwüsteten Städte wieder aufbauen und bewohnen sollen, dass sie Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, Gärten anlegen und Früchte daraus essen.
Der Seher Johannes schreibt: Ein Engel zeigte mir auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.