Saul war der erste König Israels (ca.1020-1012 v. Ch.). Sein Name, übersetzt heißt er der "Erbetene" weist auf seine Berufung hin. Lange war das Volk Israel ohne einen weltlichen Herrscher. Ganz im Gegensatz zu allen anderen Völkern in der Nachbarschaft. König von Israel war Gott, der Herr und keine anderer! Doch als der Prophet Samuel alt geworden war, da verlangten die Ältesten Israels: "So setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben." (1.Samuel 8,5b) Samuel gefiel das nicht. Er warnte das Volk und verkündigte auf eindrückliche Weise, welche Rechte ein König habe und was er von seinem Volk fordere (1.Samuel 8,11-19). Doch das Volk blieb dabei und Gott sprach zu Samuel:"Gehorche ihrer Stimme und mache ihnen einen König." (1.Samuel 8,22).

Obwohl das Volk Israel mit dieser Forderung ihn, Gott, den Herrn verwarf und verließ, gab er dem Volk den Erbetenen und wählte Saul aus, aus dem Stamme Benjamins. Saul wurde mit den Worten beschrieben: "der war ein junger, schöner Mann, und es war niemand unter den Israeliten so schön wie er, eines Hauptes länger als alles Volk". (1.Samuel 9,2) Israel wurde damals von den Ammonitern hart bedrängt und von den Philistern bedroht. Unter der Führung Sauls gelang ein Bündnis aller Stämme Israels. Erste Erfolge gegen die Ammoniter und Philister stellen sich ein. Es gelang Saul die Philister zurückzudrängen. Die entscheidende Schlacht jedoch verlor er.

Saul war nie ein König im eigentlichen Sinne. Er blieb ein Heerführer, ein Soldat, ein einfacher Mann aus dem kleinen Stamm Benjamin. Sein Heer war bescheiden, sein Territorium beschränkte sich auf Benjamin, Efraim, Gilead und einige Stützpunkte in Galiläa. Als Residenz wählte er seine Heimatstadt Gilead. Das Königtum im eigentlichen Sinn begründete erst David. Die Geschichte der beiden Männer ist eng verknüpft. Davids Aufstieg und Sauls Verwerfung gehören unmittelbar zusammen. Da man in der damaligen Zeit von einem engen Zusammenhang von Tun und Ergehen ausging, suchte man die Schuld für die verlorene Schlacht bei Saul. Er hatte Gott nicht gehorcht. "Samuel aber sprach zu Saul: "Du hast töricht gehandelt und nicht gehalten das Gebot des Herrn, deines Gottes, das er dir geboten hat". (1.Samuel 13,14). Spannungen mit Samuel, Angst und Neid vor David überschatteten von da an seine Regierungszeit. Er litt unter Depressionen und Verfolgungswahn. Im entscheidenden Kampf gegen die Philister wurde er schwer verletzt und nahm sich das Leben. Viele seiner Söhne starben, so auch Jonathan, der beste Freund Davids.

Für viele war er am Ende ein Despot, für David war und blieb er trotz aller Verfehlungen und aller Schuld ein Held (2.Samuel 1,23). Ihm widmete er ein Klagelied, das den Respekt und die Achtung vor Saul ausdrückte (2.Samuel 1,17-27).

Mich hat Saul immer fasziniert. Als Mensch, der andere führen konnte. Als Herrscher, der nie ein Herrscher sein wollte. Als ein König, der es allen, auch Gott recht machen wollte und genau daran gescheitert ist.

Termine

26 Jul
Tai Chi
Datum Freitag, 26. Juli 2019 10:00 - 11:00
30 Jul
Meerbuscher Tafel
Datum Dienstag, 30. Juli 2019 11:30 - 14:00
2 Aug
Tai Chi
Datum Freitag, 02. August 2019 10:00 - 11:00
5 Aug
Sommerschließzeiten
Datum Montag, 05. August 2019 - Freitag, 23. August 2019
6 Aug
Meerbuscher Tafel
Datum Dienstag, 06. August 2019 11:30 - 14:00

Tageslosung

Tageslosung vom 23.07.2019
Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir. Herr, höre meine Stimme!
Jesus sprach zu den Jüngern: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!