50 Tage nach Ostern feiern Christen an Pfingsten den Tag, an dem die Jünger Jesu der Apostelgeschichte zufolge "mit dem Heiligen Geist erfüllt" und zur Verkündigung des Evangeliums ermächtigt wurden. Die Kirchenväter haben zahlreiche Bilder erfunden, um dem Unsichtbaren Gestalt zu verleihen.

Dem Johannes-Evangelium zufolge weht der Heilige Geist, wo er will. Doch wie sieht er aus? Der Mensch braucht Bilder, um etwas zu begreifen, und im Fall des unsichtbaren, ungegenständlichen Heiligen Geistes fühlten sich die Kirchenväter besonders herausgefordert. So kommt es, dass der Heilige Geist unterschiedliche Gestalt angenommen hat, vom fließenden Wasser, das sich im Evangelium des Johannes neben dem Wind findet, über das Feuer, das die Apostelgeschichte erwähnt, und das Salböl, von dem Lukas berichtet, bis zur Taube, die Matthäus eingeführt hat - die heute am weitesten verbreitete Darstellung. In Kapitel 3, Vers 16 heißt es da: "Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen."

Seltsam, dass sich ein plumpes Tier wie die Taube für so etwas Flirrendes wie den Heiligen Geist als Symbol hat durchsetzen können. Aus ungezählten Kirchenfenstern in aller Welt leuchtet der Vogel hervor, und auch auf Pfingsaltären - einer seltenen Spezies - ist er präsent, teilweise im Zusammenspiel mit Feuerzungen.

Als Geist Gottes findet sich der Heilige Geist bereits im Alten Testament. Im Christentum ist er "eins" mit Gott-Vater und Gott-Sohn und wird zugleich als dritte Person des dreieinen Gottes verstanden, als Teil der Dreifaltigkeit.

Da die Jünger der Bibel zufolge 50 Tage nach Christi Auferstehung den Heiligen Geist empfingen, wird Pfingsten auch als "Fest des Heiligen Geistes" und als Geburtstag der Kirche gefeiert. Während hierzulande Pfingsten erst an dritter Stelle der krichlichen Feste steht, nach Ostern und Weihnachten, spielt er in der amerikanischen Pfingstbewegung eine hervorgehobene Rolle.  Pfingstgemeinden verstehen das Wirken des Heiligen Geistes antihierarchisch: Pfarrer benötigen keine akademische Ausbildung, Kirchenmitglieder können dem Verständnis der Pfingstler zufolge Empfänger göttlicher Botschaften sein, im Handeln der Gemeinschaft können heilende Kräfte wirksam werden, und die Bibel wird abseits theologischer Forschung recht simpel, unhistorisch und wörtlich ausgelegt.

In der evangelischen Kirche spielt der Heilige Geist vor allem bei der Konfirmation eine herausragende Rolle. Von Hessen aus trat sein Handeln in dieser Bedeutung nach der Reformation seinen Siegeszug durch die Landeskirchen an. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sehen es nicht, aber sie werden es vielleicht spüren: wie auf ihren Köpfen eine Taube oder eine Feuerzunge den Beginn eines neuen Lebensabschnitts markiert.

Termine Gemeinde

23 Jan
Männerkreis Vortrag Herr Gorski
Mittwoch, 23. Januar 2019 10:30 - 13:00
23 Jan
Sing Mit
Mittwoch, 23. Januar 2019 19:15 - 21:00
24 Jan
Schulgottesdienst 2. Klasse
Donnerstag, 24. Januar 2019 08:40 - 09:00
24 Jan
Kinderchor
Donnerstag, 24. Januar 2019 15:30 - 16:15
24 Jan
Chor
Donnerstag, 24. Januar 2019 20:00 - 22:00

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