Eine Tagung des Presbyteriums unserer Osterather Gemeinde in Mönchengladbach hat eine Fülle von Ideen hervorgebracht - von einer Stunde der Stille bis zum Patenkind-Tag. Möglichst viele davon sollen in die Tat umgesetzt werden.

Presbyter zu sein ist eine Ehre, aber - seien wir ehrlich - nicht immer ein Vergnügen. Überlegungen zu den Finanzen unserer Gemeinde, zum Unterhalt ihrer Gebäude und Personalentscheidungen nehmen viel Zeit in Anspruch. Darüber kommt oft die Frage zu kurz, wie wir unserem Gemeindeleben neue Impulse versetzen können, wie wir den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden, ohne unsere Botschaft aufzugeben.

In den Mittelpunkt unserer jährlichen Wochenend-Tagung im Mönchengladbacher Wilhelm-Kliewer-Haus hatten wir deshalb genau diese Frage gestellt. Der Nachmittag erwies sich als überraschend ertragreich. Jeder Presbyter, jede Presbyterin war aufgefordert, eine Idee vorzustellen. Seine Nachbarin, sein Nachbar sollte dann dieses Pflänzchen wortreich begießen, also nicht nach der Finanzierbarkeit fragen, sondern Vorschläge entwickeln, wie man die Idee zur Blüte führen könnte. Wenn all diese Samen keimen, könnte es noch bunter werden in unserer Gemeinde. Doch selbst wenn nur einige Pläne Wirklichkeit werden, wäre viel erreicht. Hier die Vorschläge:

  1. Eine "After-Work-Andacht", die man auch als Stunde der Stille bezeichnen könnte, soll an bestimmten Tagen Werktätigen, aber auch allen anderen am frühen Abend die Möglichkeit bieten, sich in unsere Kirche zu setzen, eine Kerze anzuzünden und nach kurzer geistlicher Einstimmung seine Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen. Der Beginn ist für die Adventszeit geplant.
  2. Unsere Reihe "Lyrik in der Apsis" beginnt am Himmelfahrtstag, 11.15 in der Osterather Kirche. In unregelmäßiger Folge tragen wir im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst eine Stunde lang Gedichte religiösen Inhalts im Wechsel mit kurzen Musikstücken vor - auch dies eine Einladung zur Besinnung.
  3. In einem oder mehreren Gottesdiensten soll die Predigt um das Thema Mathematik kreisen.
  4. Im Gespräch sind ebenso Samstagabend-Gottesdienste für Jugendliche.
  5. Ein weiterer Vorschlag: Kindergarteneltern und -kinder zu Aktionen rund um biblische Gestalten einladen. Väter lesen mit ihren Kindern und spielen im Kindergarten die betreffende Geschichte nach.
  6. Liedergottesdienste außer der Reihe, mit Kinderchor
  7. Auf junge Erwachsene zielen Bildungsveranstaltungen zum Thema "christliche Werte als Orientierung in unserer Gesellschaft".
  8. Wie wäre es mit Patenschaften für Familien und neu Zugezogene?
  9. Um gegen Kinderarmut vorzugehen, könnte man ein bis zwei mal pro Woche unentgeltlich einen Mittagstisch für bedürftige Kinder anbieten. Die Tafel ließe sich mit einem kirchlichen Angebot kombinieren.
  10. Denkbar ist zudem ein Patenkind-Tag: Kinder laden ihre Taufpaten in die Kirche ein und erleben mit ihnen einen geistlichen Tag.

Noch sind die meisten dieser Vorschläge Samenkörner. Doch wer weiß: Vielleicht sprießen schon bald Blumen.