Bettina Elsemanns, gelernte Hotelfachfrau aus Krefeld, ist seit dem 1. September 2012 Köchin in der KiTa Himmelszelt.

Frau Elsemanns, wie waren Ihre ersten Wochen im Kindergarten?

Ganz schön aufregend, denn die Kinder sind anspruchsvoll und manchmal gnadenlos: Sie essen nur, wenn es schmeckt. Da muss man am Anfang viel austesten. Milchreis mögen sie zum Beispiel überhaupt nicht, obwohl ich dachte, ich mache ihnen eine große Freude. Meistens habe ich aber, zum Glück, richtig gelegen. Was kommt besonders gut an? Die Klassiker: Schnitzel, Bratwurst, Pfannkuchen, Spaghetti Bolognese – das essen 99% aller Kinder. Aber durchaus auch gesunde Sachen, wie Tomatensalat mit Schafskäse. Den muss ich mindestens einmal die Woche machen, sonst sind alle enttäuscht.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

In der Regel bin ich gegen halb zehn hier, denn bis halb eins ist viel vorzubereiten: Für Kartoffelpüree muss ich zum Beispiel mindestens 8 Kilo Kartoffeln schälen. Danach kommt die tägliche Herausforderung, das fertige Essen innerhalb von 2 Minuten in die Schüsseln und aus der Küche in die Gruppen zu bringen, damit es warm bleibt. Die Kinder sind total lieb und hilfsbereit, sie räumen hinterher ab und reißen sich darum, den Geschirrwagen in die Küche zu bringen. Dann schauen sie neugierig durch die Glastür. Reinlassen darf ich sie aus Hygiene- und Sicherheitsgründen leider nicht.

Woher kommen die Lebensmittel, die Sie zum Kochen verwenden?

Das Fleisch kommt aus einer ganz hervorragenden Landmetzgerei in Oppum. Gemüse und Obst wird frisch von einem Osterather Bauern geliefert. Den Rest kaufen wir im Supermarkt. Weil die Frage sicher kommt: Wir kaufen auch Bio-Lebensmittel, aber nicht ausschließlich.

Wie entsteht der wöchentliche Speiseplan?

Es gibt mindestens einmal Kartoffeln, Reis, eine Suppe oder Nudeln. Dann in der Regel ein bis zwei vegetarische Gerichte, zwei bis drei Mal die Woche Fleisch und freitags Fisch. Den genauen Plan arbeite ich aus und stimme ihn mit der Leitung, also Frau Holland oder Frau Voß, ab. Die Kinder geben auch regelmäßig Wunschlisten ab und die werden natürlich auch berücksichtigt.

Was zeichnet das Essen im Kindergarten aus und welche Kriterien gelten dafür?

Es wird nicht preiswert, sondern qualitativ hochwertig und mit frischen Zutaten gekocht. Ich verwende keine Zusatz-, Konservierungs- oder Farbstoffe. Und natürlich salze und würze ich nur ganz mild – anders mögen die Kinder es auch gar nicht. Es gibt außerdem nie aufgewärmte Speisen. Zudem gelten besonders hohe Hygienestandards, nach jedem Arbeitsgang wird desinfiziert.

Gibt es ein spezielles Essen für die Kleinsten aus der Sternengruppe?

Nein, die Kleinen essen nach Rücksprache mit den Eltern die normalen Gerichte mit – falls nötig wird das Essen püriert. Die Kleinsten sind nach meiner Erfahrung am „problemlosesten“ – sie strahlen von einem Ohr zum anderen, wenn das Essen kommt und probieren alles ohne Hemmungen.

Haben Sie einen Tipp für Eltern, die ihren Kindern gesundes Essen schmackhaft machen wollen?

Lustige Namen geben, zum Beispiel Piratengemüse. Gemüse darf aber auch gerne „unsichtbar“ sein. Meist funktioniert das „gesunde Essen“ woanders besser als zuhause, vor allem wenn andere Kinder mitessen.

Was ist denn Ihr Lieblingsessen?

Martinsgans, die liebe ich. Den Kindern würde das aber wahrscheinlich nicht schmecken.