Anders als das normale Kalenderjahr beginnt das Kirchenjahr am 1. Advent und reicht bis Totensonntag, der in der Kirche auch Ewigkeitssonntag heißt.

Erst seit 150 Jahren feiert man die Adventszeit als sich in Haus und Familie abspielende Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest. Eine Zeit, die mit zu den „gemütlichsten“ im ganzen Jahr zählt, eine Zeit der Festvorfreude.

Dabei bezieht sich das lateinische adventus = Ankunft nie auf Weihnachten, sondern rührt vom griechischen parusia = Wiederkunft her. Im Blick der Adventszeit ist also letztlich die Wiederkehr Christi am Ende der Welt, an dem der verheißene neue Himmel und die neue Erde Wirklichkeit werden. Liturgisch gesehen stehen die Adventssonntage dem Ewigkeitssonntag näher als dem Weihnachtsfest.

Kirchlicher Anspruch und familiäre Vorstellungen und oft genug auch kirchlicher Alltag ringen letztlich miteinander – solange aber beide Jesus Christus nicht vergessen, ist das kein Grund zur Aufregung.

Auf Advent – jeder weiß das – folgt das Weihnachtsfest. Es ist deutlich jünger als das Osterfest. Erst etwa 300 Jahre nach Jesu Tod und Christi Auferstehung fing man im Orient an, dieses Fest zu feiern. „Die ganze Kirche ist voll von der Menge derer, die zusammengekommen sind“, sagt der Kirchenvater Chrisostomos 386 in seiner Weihnachtspredigt und beschreibt damit ein Phänomen, das bis heute anhält.

In der alten Welt feierte man gern fröhliche Feste, doch Karfreitag und Ostern gaben dafür nicht viel her. Da bot es sich an, die Feierlichkeiten zur Ehre des Gottes Saturn (24. 12.) und das heidnische Fest der Wintersonnenwende (25. 12.) umzudeuten. Ob man weder Weihnachtsbäume noch Weihnachtsmänner und Weihnachtsengel kannte, auch keinen Weihnachtskarpfen oder -stollen, fand das Fest der Geburt Christi schnell breite Zustimmung in der gesamten Christenheit.

Doch schon vorher war man auf den 25. Dezember als den Tag der Geburt Jesu Geburtstag gekommen. Man feierte den 25. März als Weltschöpfungstag. Das musste auch der erste Tag der neuen Schöpfung sein, meinte man – und neun Monate später ist halt der 25. Dezember!

Weihnachten und Epiphanias bilden die beiden Brennpunkte der Feier der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Dabei gingen die östliche und die westliche Kirche anfangs getrennte Wege. Bei der Wahl des Datums spielten jeweils die Einflüsse der Umwelt eine entscheidende Rolle. In der Nacht vom 5. zum 6. Januar wurde in Ägypten die Geburt des Sonnengottes aus der Jungfrau Kore gefeiert. Anschließend wurde aus dem Nil heilbringendes Wasser geschöpft. Die christliche Sekte der Basilidianer nahm diesen Ritus auf und feierte in einem nächtlichen Gottesdienst die Taufe Jesu, die sie als seine eigentliche Geburt ansah.

Die Kirche des Ostens übernahm vermutlich diese Feier, wobei sie am 6. Januar gleichermaßen Taufe und Geburt Jesu feierte. Dieses Fest ist für den Beginn des 4. Jahrhunderts in Alexandrien belegt. In Bethlehem kam man in der Nacht zum 6. Januar in der Geburtskirche zu einer feierlichen Prozession nach Jerusalem.

Im 3. Jahrhundert stellte Julius Africanus aus Jerusalem eine ganz andere Rechnung auf, ihm galt in seiner Chronographie der 25. März, der als Schöpfungstag angesehen wurde, auch als Tag der Empfängnis, sodass der 25. Dezember als Geburtstag in Frage kam. Allerdings konnte sich die Weihnachtsfeier nur langsam durchsetzen. Die Kirchenväter polemisierten gegen sie, denn eine solche Feier der Geburt Jesu erinnerte sie nur allzu sehr an die heidnische Sitte, die Geburtstage der Könige feierlich zu begeben.

Dennoch ließ sich das Weihnachtsfest letztlich nicht aufhalten, wobei die von Kaiser Aurelian eingeführte Feier des unbesiegbaren Sonnengottes am 25. Dezember schließlich mit dazu beigetragen haben mag, dass sich im Westen das Weihnachtsfest an diesem Tag etabliert hat. Ende des 4. Jahrhunderts wurde es schließlich auch im Osten begangen. Im 5. Jahrhundert wurde in Rom in der Nacht zum 25. Dezember der Jerusalemer Ritus aufgenommen und die Geburt Christi in der Kirche Santa Maria Maggiore gefeiert, wo eine Nachbildung der Grotte von Bethlehem geschaffen worden war. So haben sich die Kirche des Ostens und des Westens gegenseitig beeinflusst.

In der Folgezeit entstand in einigen Regionen ein Festzyklus von 12 Tagen, der vom Weihnachtstag am 25. Dezember bis zum Epiphaniastag am 6. Januar reichte. Während zu Weihnachten die Geburt Jesu gefeiert wurde, verband man mit dem Epiphaniasfest die Taufe Jesu und dann auch die Anbetung durch die Weisen.

Beide Feste sind aufeinander bezogen. Geht es zu Weihnachten um das Kommen Gottes in die Niedrigkeit dieser Welt, so zeigt sich zu Epiphanias der Gottessohn in seiner göttlichen Macht als Herrscher über diese Welt. Folglich macht es Sinn, beide Feste zusammen zu sehen, auch wenn das Epiphaniasfest im Westen allenfalls noch als Dreikönigstag eine Bedeutung hat.

Steht zu Weihnachten der Gedanke der Menschwerdung Gottes im Zentrum, so feiert man zu Epiphanias (6. Januar), dass es wirklich Gott der Herr ist, der sich in Jesus der Menschheit zuwendet und seine Königsherrschaft aufrichtet.

Termine

13 Nov
Konfirmandenunterricht
Dienstag, 13. November 2018 16:00 - 17:30
13 Nov
Kigo
Dienstag, 13. November 2018 18:00 - 19:00
13 Nov
Gospelchor
Dienstag, 13. November 2018 20:00 - 22:00
14 Nov
Expeditionen
Mittwoch, 14. November 2018 09:30 - 11:00
14 Nov
Frauenhilfe
Mittwoch, 14. November 2018 15:00 - 17:00

Tageslosung

Tageslosung vom 13.11.2018
Der HERR spricht: Ihr habt gesehen, wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.
Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter.